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Handwerk mit Tradition

Unsere Geschichte beginnt im Jahr 1842 – und seitdem widmet sich unsere Familie ununterbrochen dem Bau von Mundstücken und Blechblasinstrumenten. Als ältester Mundstückhersteller der Welt tragen wir eine Verantwortung, die weit über das reine Handwerk hinausgeht: die Bewahrung einer Tradition, die seit über 180 Jahren von Generation zu Generation weitergegeben wird. 

Jedes Kapitel unserer Firmengeschichte zeugt von Leidenschaft, Innovationsgeist und dem Anspruch, Musiker mit Instrumenten von höchster Qualität zu begleiten. Auf dieser Seite möchten wir Ihnen einen Einblick in diese Entwicklung geben und zeigen, wie aus gelebter Tradition eine lebendige Zukunft entsteht.

Familienstammbaum

Johann Schmidt

Rotgießer (Mundstückmacher)
geboren am 31.08.1793 in Höchstädt, gestorben am 04.03.1855 in Höchstädt

Johann Schmidt

Rotgießer
geboren am 23.01.1819 in Höchstädt, gestorben am 07.11.1868 in Höchstädt

Christoph Schmidt

Rotgießer
geboren am 04.09.1845 in Höchstädt, gestorben am 03.01.1912 in Markneukirchen

Max Schmidt

Mundstückdreher mit Meisterprüfung, abgelegt am 19.02.1929 in Markneukirchen
geboren am 05.12.1880 in Höchstädt, gestorben am 21.03.1961 in Markneukirchen

Werner Chr. Schmidt

Mundstückdreher mit Meisterprüfung und Galvanisiermeister, 
abgelegt am 02.08.1947 und zweites Diplom 1958
geboren am 25.02.1922, gestorben am 18.11.1988 in Markneukirchen

Bernhard Werner Schmidt

Metallblasinstrumentenbaumeister, Meisterprüfung abgelegt am 18.11.1972 in Markneukirchen
geboren am 17.07.1948 in Markneukirchen

Max Hertlein

Metallblasinstrumentenbaumeister, Meisterprüfung abgelegt am ​22.08.2017 in Markneukirchen, Enkelsohn von Bernhard Werner Schmidt,
geboren am ​20.10.1993

Die Anfänge

Die Ursprünge des Traditionsunternehmens „Werner Chr. Schmidt“ liegen, wie der Familienstammbaumes erkennen lässt, im Jahr 1842 und gehen zurück auf den Rotgießer Johann Schmidt aus Höchstädt.

Weiter zurück reicht leider nicht einmal Deutschlands ältestes Kirchenarchiv in Bamberg. Somit lässt sich auch nicht mit Bestimmtheit nachweisen, wer der erste Hersteller von Mundstücken in der Familie Schmidt war und wo diese zuerst angefertigt wurden. Zweifellos können wir aber annehmen, dass die Vorfahren der Familie bereits vor 1793 als selbstständige Gürtler, Gelb- oder Rotgießer Mundstücke für das damalige Instrumentenmacherhandwerk anfertigten.

historisches Lieferbuch
historisches Lieferbuch
historisches Lieferbuch

Einen ersten urkundlichen Nachweis über die Mundstückherstellung der Firma Schmidt in Höchstädt gibt das Lieferbuch der Firma Merz: Am 29.04.1837 lieferte demnach „Schmidt aus Höchstädt“ 2 ½ Dutzend Trompetenmundstücke und 2 Dutzend Signalhornmundstücke. Auch in viele andere Regionen, wo der Instrumentenbau heimisch war, wurden Mundstücke versandt.

Rückentrage

Exakt belegt ist die Arbeit Christoph Schmidts und seines Vaters durch das Lieferbuch ihrer Werkstatt aus den Jahren 1860 – 1873. Neben Aufträgen für Hersteller und Händler in Markneukirchen, Graslitz und Schönbach werden hier u. a. auch die Firmen Cerveny in Königsgrätz, Stowasser in Wien, Arnthon in New York sowie Glier in Warschau genannt. Bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges wurden zudem sehr viele Mundstücke an die Firma Julius Heinrich Zimmermann in St. Petersburg in Russland geliefert.

Die Bestellungen insbesondere aus Markneukirchen und Umgebung nahmen jedoch immer weiter zu, so dass sich die ursprüngliche Lieferpraxis mit einer Rückentrage (Reff) bei ganztägigen Fußmärschen nicht mehr rentierte. Deshalb siedelte Christoph Schmidt am 08.08.1894 mit seiner ganzen Familie nach Markneukirchen über.

Die Firma Schmidt in Markneukirchen

Christoph Schmidt

Rotgießer
geboren am 04.09.1845 in Höchstädt, gestorben am 03.01.1912 in Markneukirchen

Vater:
Johann Schmidt (1819 – 1868) Rotgießer in Höchstädt

Söhne:
Johann (1873 – 1938), Mundstückmacher
Friedrich (1876 – 1944), Mundstückmacher
Max (1880 – 1961), Mundstückmacher
Albrecht (1883 – 1944), Mundstückmacher

Adressen in Markneukirchen:
1897: Schützenstraße 234
1905: Wernitzgrüner Straße 679
1906: Wernitzgrüner Straße 677
1909: Zimmerloh 609 (neu: Nr. 4)
ab 1997: Mosenstraße 10

1897 stellte Christoph Schmidt auf der Gewerbeausstellung „Mundstücke ganz von Metall und Metall mit Elfenbein“ aus. Bereits zu diesem Zeitpunkt muss er sich auch mit dem Galvanisieren beschäftigt haben, denn er ist im Ausstellerverzeichnis als „Mundstückmacher und Galvaniseur von Blechblasinstrumenten“ verzeichnet.
 
Seine ältesten Söhne Friedrich und Johann machten sich schon 1898 mit einer eigenen Firma (F. J. Schmidt bzw. Gebr. Schmidt) in der Plaunischen Straße 19 selbstständig. Während Johann Schmidt später unter der Bezeichnung „Gebrüder Schmidt“ in der Adorfer Straße 3 weiterarbeitete, wurde Friedrich Schmidt in der Wiesenstr. 10 mit einer eigenen „Fabrikation von Metall-Blasinstrumenten, Mundstücken und Bestandteilen“ tätig.

Die Firma Christoph Schmidt wurde zunächst von dessen jüngeren Söhnen Max und Albrecht Schmidt fortgeführt. Sie hatten nach dem 1. Weltkrieg das Haus Zimmerloh 4 gekauft, allerdings arbeiteten sie in der dortigen Werkstatt unabhängig voneinander.

Christoph Schmidt mit seiner Familie
vier Generationen

Ab 1938 war Albrecht Schmidt mit einer eigenständigen Werkstatt in der Krummen Straße 8 tätig. Seine Söhne Gerhard und Horst stellten ihre Werkstätten aber bis 1966 ganz auf das Galvanisieren um. 

Die „Mundstückdreherei und Vernicklungsanstalt“ von Max Schmidt fand ihre Fortsetzung in der Firma seines Sohnes, des Mundstückspezialisten Werner Christoph Schmidt. Heute wird diese letzte handwerkliche Mundstückfertigung im Vogtland von Bernhard Werner Schmidt in der Mosenstraße 10 fortgeführt.

Seit dem Umzug in größere Produktionsräume 1997 werden neben der Mundstückdreherei auch Perinett- und Zylinder-Metallblasinstrumente hergestellt und repariert. Es wurde eine neue Poliererei und 2007 eine modern ausgestatte umwelt-freundliche Schmelztiegel-Schöpfofen-Anlage zum Gießen von Mundstückrohlingen eingerichtet.

Originalausschnitt des „Brass Bulletin“ 29 von 1980

Der noch zu DDR-Zeiten entworfene Artikel in drei Sprachen war nicht einfach zu veröffentlichen. Es war schwierig, die Texte und das Bildmaterial über die Grenze bis in die schweizer Redaktion zu senden und es gelang schließlich nur über Freunde und Verwandte in Westdeutschland. 

Ein Skandal war es in der DDR, als regelmäßig alle Ausgaben des „Brass Bulletin“  an die Firmenadresse geliefert wurden, da es sich hier um eine West-Zeitschrift in deutscher Sprache handelte. Es waren aber nur die westdeutschen Zeitschriften verboten. Das ​„Brass Bulletin“ kam jedoch aus der Schweiz und musste daher zugestellt werden.

Auszug des „Brass Bulletin“ - PDF
Auszug Brass Bulletin

Werbung von Max Schmidt, Mundstückdreherei

Das Faltblatt stammt aus den 1920er Jahren.